Historische Karten der Schlacht bei Minden

Wer einen Blick auf das Schlachtfeld werfen möchte, wird im Netz schnell fündig. Das Digitale Archiv Marburg (DigAM)bietet u.a. die sehr gut edierten Wilhelmshöher Kriegskarten, unter denen sich mehrere der Schlacht bei Minden finden (unter Suche einfach „Minden 1759“ eingeben).
Wer sehen möchte, wie sich Minden und die umgebende Landschaft ein halbes Jahrhundert später darstellt, sei auf die Karten von Carl Ludwig Le Coq verwiesen, die um 1800 angefertigt wurden. Das Portal Westfälische Geschichte bietet eine Einführung samt Literaturhinweisen in dessen Werk und skalierbare Karten.

Published in: on Januar 21, 2009 at 9:52 pm  Comments (2)  

Köln, 9. August

Die Folgen der Schlacht waren für die französische Seite katastrophal, das zeigt dieser Artikel aus Köln vom 9. August, der erst am 18. August in Wien erscheint. Die Nachrichten sind unscharf, aber deutlich ist, dass die Franzosen, welche seit Bergen dauernd auf dem Vormarsch waren, mit der Schlacht bei Minden Westfalen in großen Teilen räumen müssen. Die mühsam errungenen Positionen werden innerhalb weniger Tage aufgegeben.

„Cöln, 9. Augusti

Durch die Briefe aus Westphalen vom 7. dieses hat man weder von der gegenwärtigen Stellung der Französischen Armee noch von dem am 1. vorgefallenen Treffen annoch eine hinlängliche Nachricht. Allhier ist noch bis heute kein Currier angekommen und alles, was man durch Berichte vom Niederrhein vernihmt, besteht blos darinnen, daß sich der Herr Marquis von Armentieres von Lippstadt zurück gezogen, daß die Garnisonen von Münster, Dulmen und Haltern sich nach Wesel begeben, und daß man daselbst alle möglichen Wägen zusammen bringe, um die Munition wieder zurück zu führen, die sich in denen Communicationsplätzen befindet. Briefe von Lüttich melden ebenfalls, daß allda den 4. Nachts 2 Französische Curriers, einer an den Herrn Belleisle, und einer an die Prinzeßin von Conde durchgegangen, welche blos dieses meldeten, daß der Prinz Ferdinand von der Seite seines rechten Flügels ein grosses Detaschement bis Hervorden abgeschickt, und daß einige Communicationen coupirt wären. Von Hanöverischer Seite hat man von diesem Treffen durch die Briefe vom 3. dieses auch keine weitere Umstände erhalten. Man meldet nur dieses, daß der erste Angrif von Französischer Seite auf das unweit Hille gestanden Wangeheimische Corps geschehen sey, daß dieses das Französische Canonenfeuer bey ein und einer halben Stund, wiewol mit nicht geringen Verlust ausgehalten, und daß endlich der Prinz Ferdinand von Petershagen her mit forcirtem Marsch besagtes Corps unterstützet habe. Die Affaire wäre hierauf allgemein geworden, der Französische linke Flügel hätte sich nach einem tapfern Gegenstand, erst Nachmittags repliirt, und gegen Hervorden zugewendet. Von alliirter Seite wären keine hohe Officiers in diesem Treffen geblieben, und sehe man in Hannover selbst noch einer umständlichen Nachricht entgegen. den 2. Morgen habe man in der Gegend von Hervorden und Flothan wiederum eine heftige Canonade gehöret, woraus man geschlossen, es möchte zwischen beyden Truppen aufs neue etwas vorgefallen seyn.  Es wr eigentlich der Herr Obriste von Comeiras, welcher mit seinen Regimentern Volontairs Clermont, von denen Alliirten in Osnabrück den 28. angegriffen worden. Die Französische Truppen defendirten sich sehr tapfer, und zogen sich im beständigen Musquetenfeuer, Strasse vor Strasse, zu dem einen Thor hinaus. Ob gleich die Alliirte ihr verlassenes Magazin wieder erhielten, so haben sie doch bey dieser Expedition viel an Mannschaft eingebüsset. In Bremen sind nach Briefen vom 4. dieses noch 400 Mann Hannöverisch und Hessische Landmilitz zur Besatzung. …“

Quelle: Wiener Zeitung, 18.8.1759

Published in: on Januar 19, 2009 at 9:57 pm  Schreibe einen Kommentar  

Düsseldorf, 5.8.1759

Jetzt endlich, in einer Nachricht vom 5.8. aus Düsseldorf gibt es erste Details zur Schlacht, wobei die Angabe, die Auseinandersetzung habe bis Abend gedauert, den schnellen Verlauf um einiges verlängert und auch die Niederlage der französischen Armee nur versteckt erkennbar wird.

„Düsseldorf, 5. Augustii

Die bisherige Situation deren Armee in Westphalen hat sich nach denen Briefen vom 3. dieses geändert. Die Alliirte Armee brach den 29. Julii Nachts von Petershagen auf, und marschirte von da nach Hille, wo noch den 31. das Hauptquartier war. Den 28. hatte sich der Major von Drevet, nachdem er sich von Bremen aus mit der Garnison von Vechte vereinigt, der Stadt Osnabrück bemächtigt, welche Expedition aber Hanöverische Seits viel gekostet. Den 30. eroberte der Erbprinz von Braunschweig mit 8 Bataillons und 6 Esquadrons den Posten von Labeck und den 31. wurden die Schiffbrücken über die Weser abgebrochen, und nach Nienburg gebracht. Jedermann vermutete bey dieser nahen Stellung beyder Armeen ein bevorstehendes Treffen, und dieses erfolgte auch den 1. Augusti, da der Herr Marschall von Contades nach erhaltener Nachricht, daß der Erbprinz von der alliirten Armee mit einem starken Corps abgegangen sey, diese Morgens um 7 Uhr mit 6000 Mann angrif. Der Prinz Ferdinand rückte in 9 Colonnen entgegen, das Treffen dauerte bis gegen Abend, worauf sich die Französische Armee gegen Minden zurück zog. Dem Vernehmen nach sind alle Regimenter, ausser einem Engländischen von dem Corps des Erbprinzen bey der Bataille gewesen. Die weiteren Umstände stehen noch zu erwarten.“

Quelle: Wiener Zeitung, 15.8.1759

Published in: on Januar 18, 2009 at 12:52 pm  Schreibe einen Kommentar  

Minden, 28.7.1759

Dieser Bericht aus Minden, Ende Juli, bietet einige neue Informationen über die sich zunehmend zuspitzende Lage. Für beide Seiten war offenbar klar, dass eine Schlacht sich nicht mehr vermeiden liess. Bei Abschreiben der Texte des Wiener Korrespondenten fällt mir immer wieder der wenig aggressive Ton der Texte auf.

„Aus dem Lager der Kön. Französischen Armee be Minden 28. Julii

Die beyderseitige Armeen halten noch immer die vorige Stellung, die feindliche Armee campiret noch bey Petershagen, und die unserige ist noch bey Minden gelagert; die Reserve des Herzogs von Broglie hat ihr Lager auch noch an dem rechten Ufer des Weserstroms, und lehnet sich mit ihrem linken Flügel an die 3 Brücken, welche wir über selbigen Fluß haben. Der Prinz Ferdinand steiget fast alle Tage morgens um 4 Uhr zu Pferd, um unsere Position zu recognosciren. Seine Druchl. haben starke Detaschementer vorwärts Petershagen eine Stunde vor Minden stehen, dergleichen wir auch vor unserem Lager voraus gestellet haben, und folgendes gehet fast kein Tag vorbey, daß die leichten Trupen sich nicht miteinander herum schlagen, oder einige Canonenschüsse gehöret werden, wiewol ohne grosser Würkung. Die Feinde arbeiten mit verdoppelten Fleiß und Leuten vor dem Gehölz, oder ihnen nahe gelegenen Wald, ihre sehr weit ausgebreitete Verschanzungen zu vollkommenen Stand zu bringen. Nachdem der Generalleutnant von Zastrow und 3500 Mann in der Citadelle zu Münster zu Kriegsgefangenen gemacht worden, wo auch die ansehnliche Magazinen der Stadt in die Hände deren Unserigen gefallen seynd, so machet der Marquis d’Armentieres vor Lippstadt große Veranstaltungen, um selbige Stadt zu berennen, und enger einzuschliessen, in welcher der General von Hardenberg commandiret, und eine ungefähr 3000 Mann starke Garnison unter seinem Commando hat. “

 

Quelle: Wiener Zeitung, 15.8.1759

Published in: on Januar 18, 2009 at 9:34 am  Schreibe einen Kommentar  

Köln, 24.7., Hannover, 27.7.

Die beiden Berichte aus Köln und Hannover ergänzen sich gegenseitig. Sie zeigen, dass die französische Seite schon die nächsten Schritte plante, u.a. die Eroberung Hamelns.

„Cöln, 24. Julii

Das Theater des Krieges. welches bisher in Westphalen gewesen, wird sich, allem Ansehen nach, ehestens in die Hanöverische Staaten, und vornehmlich in das Herzogtum Bremen ziehen. Die alliirte Armee, welche bisher in der Gegend von Nienburg gestanden, ist längs der Weser dahin im Marsche und die Französische macht gleichfalls solche Bewegungen, aus denen sich folgen läst, daß sie erstere zu einem Treffen nöhtigen gedenke. Uber Averdiessen sind den 17. dieses 8000 und von Minden aus 16.000 Franzosen mit vielen Canonen und Mörsern auf Hameln zu marschiret, und dörfte die Belagerung dieses Platzes ehestens vor sich gehen.

Hanover 27. Julii

Da eine feindliche Belagerung der Festung Hameln besorget wird, so ist die Bagage der darin befindlichen Garnison von dorten weggeschaft, und am 15. dieses unter einer Escorte von Dragonern hierdurch und auf Nienburg (allwo die Mannschaft auch zur Bedeckung des dortigen Magazins und der Feldbäckerey dienen soll) gebracht worden. In der vorigen Woche hat man noch 24, 12 und 6-pfündige metallene Canonen von hier aus nach besagtem Hameln zu dessen mehrerer Defension abgeführet. Am 16. dieses ist die vom Feind in Minden zu Kriegsgefangenen gemachte Garnison, nach zuvor geschehener Versprechung der Gegenauswechslung, allhier angekommen. Denen mit darunter befindlichen 100 Mann vom Jungbreitenbachischen Dragonerregiment hat man zuvor die Pferde, und wie denen andern das Gewehr abgenommen. Diese demontirte Dragoner werden also wieder beritten gemacht, auch wird ihnen, wie denen übrigen Desarmirten neues Gewehr gegeben, und jeder nach seinem Regimente abgeschickt.“

Wiener Zeitung, 15.8.1759

Published in: on Januar 13, 2009 at 9:01 pm  Schreibe einen Kommentar  

Minden, 26. Juli

„Aus dem Lager der Französischen Armee zu Minden den 26. Jul.

Der Marschall von Contades wurde den 19ten des Abends benachrichtiget, daß ein grosses Detachement von der feindl. Armee, und wie man sagte, unter Befehl des Erb-Prinzens gegen unsere Linke auf die Brücke von Hille anmarschieret sey, und unsre allda postirt gestandene Freywillige von Haynault zum Weichen gebracht habe.
Zu gleicher Zeit vernahm man auch, daß besagtes Detachement sich in der Gegend von Labeck hätte sehen lassen, welcher Posten zwar sehr wichtig, um unsere Linke zu decken; da aber der Graf von Berchiny nicht genugsame Stärcke hatte, um selben recht zu behaupten, so zoge er sich mit seinem Regiment zurück, und ließe nur die Freywillige von Prague allda, um den Marsch des Feindes zu beobachten.
Auf diese eingegangene Berichte ließe der Marschall noch um Mitternacht den Grafen von Guerchy mit der Brigade du Roy, 20 Grenadierscompagnien, 20 Piquets und 1200 Reuter abgehen, um den Erbprinz, falls dieser sich des vortheilhaften Postens von Labeck bemeisteret hätte, gleich anzugreifen; als der Graf Guerchy aber bey der Brück von Hille ankame, vernahme er, daß die Feinde sich bereits zuruck gezogen, dahero gienge er auch mit seinem Detachement nicht weiter, vielmehr kehrete er damit den 20ten zu Abends wieder ins Lager ein.
Auf der rechten Seite der Weser hat der Herr von Bair, so die Freywillige von der Reserve commandiret, den Posten von Lade, bis den 21sten den ganzen Tag durch, immer besetzt gehalten und sich erst des Nachts nach der Commanderie zuruck gezogen; allein da von diesem Posten, gleichsam als von einem Belvedere, alles in dem feindlichen Lager vorgehende genau beobachtet werden konnte, so waren die Feinde äußerst bedacht, um uns davon zu vertreiben; derowegen kamen sie in der Nacht vom 20. zum 21ten mit Mcht heran, und verhinderten den Herrn von Bair den Posten von Lade wieder einzunehmen. Bey dieser Gelegenheit fiele ein sehr hitziger Scharmützel zwischen den Freywilligen und Feinde vor; da aber die in der Commanderie gelegene Nassauische Hussaren denen Freywilligen zu Hülfe eileten, so konnten diese von denen Feinden nicht verfolget werden. Als der Herzog von Broglie von dieser Attaque benachrichtiget wurde, begabe er sich alsobald dahin, allein bey seiner Ankunft hatte sich schon alles geendiget.
Da indessen der Herzog besorgte, es möchten die Feinde sich dieses Angriffes als einer Larve bedienet haben, um mittelst einer bey Petershagen leicht zu schlagender Brücken, den Ubergang ihrer ganzen Armee über die Weser heimlich zu decken, und uns solches zu verbergen, so liesse er in Betracht dessen die Freywillige noch mit 600 Mann verstärken. Gedachter Herzog hat auch, auf Befehl des Hrn. Maschalls von Contades, am 22. dieses 300 Mann unter Befehl des Obristleutnants von Hervorden in das Bückeburger Schloß gelegt, mit gemessener Ordre, sich daselbst bis aufs äusserte zu verteidigen.
Unsere und die feindliche Vorposten stehen nur einen kleinen Flintenschuß weit von einander. Die feindliche Armee verschanzet sich; wie haben eine treffliche Position, welche keiner Verschantzung nötig hat. Wie bedecken die Unternehmungen des Herrn Marquis d’Armentieres, welcher mit aller Behendigkeit vorrucket, und alle Anstalten macht, um Lippstadt zu berennen, alwo der Hanöverische General Hardenberg eine Besatzung von beyläuffig 3000 M. commandiret. Das Corps de Reserve des Herrn Herzogs von Broglie campirt an dem rechten Ufer der Weser, und lähmet seinen linken Flügel an 3 Brücken, welche wir über die Weser haben. Ein unseriger Posten von ungefähr 300 Mann haltet seit einigen Taegen das Schloß von Bückeburg besetzet, welches eine Meile von dem rechten Flügel unseres Corps de Reserve ligt. Der Graf von Lippe Bückeburg hat an diesem Schloß von allen Befestigungsgattungen einen Theil angebracht. Es ist ganz etwas besonderes, und kan ohne grossen Geschütz nicht eingenommen werden.“

Quelle: Wiener Zeitung, 11.8.1759

Published in: on Januar 11, 2009 at 1:31 pm  Schreibe einen Kommentar  

Düsseldorf, 26.7.1759

Der Bericht vom 26. Juli aus Düsseldorf deutet die anstehende Schlacht schon an. Der in früheren Berichten erkennbare Optimismus der französischen Seite ist hier nicht mehr erkennbar.

Düsseldorf, 26. Julii
Die neuere Berichte von der Alliirten Armee unterm 20. dieses sind in Ansehung der gegenwärtigen Position derselben sehr verschieden von denen letztern. Diese Armee ist nicht, wie es hieß die Weser passirt. Der Prinz Ferdinand ist vielmehr den 16. von Stolzenau gegen Petershagen aufgebrochen, um wahrscheinlicher Weise die Französische Armee anzugreifen, der Erbprinz von Braunschweig war mit 10000 Mann voraus, der Marsch der Armee ging in 9 Colonnen, die Cavallerie stund den 17. den ganzen Tag in Schlachtordnung die Infanterie im Gewehr, allein da es gegen Abend hieß, die Französische Armee hätte eine Wendung gegen Labeck gemacht, so kehreten die Truppen in ihr voriges Lager. Den 17. ist die alliirte Armee gegen Buschfeld, eine Stunde vor Minden vorgerückt. Das Hauptquartier blieb zu Petershagen, und allem Ansehen nach, darf man aufs neue eine bevorstehende Bataille vermuten. Die schwere Bagage hat von dem Weeg nach Stade wiederum nach Nienburg zurück kehren müssen.“

Quelle: Wiener Zeitung, 8.8.1759

Published in: on Januar 5, 2009 at 9:59 pm  Schreibe einen Kommentar  

Köln, 24.7.1759

 Der Brief vom 24.7. bringt einige interessante Details wenige Tage vor der Schlacht.

„Durch die Briefe vom 24. Juli hat man von keiner veränderten Stellung deren Armeen in Westphalen Nachricht. Die Französische steht noch bei Minden, und bisher ist wenig von Merkwürdigkeit vorgefallen. Noch den 20. behauptete der Herr von Baire, der die Volontärs der Reserve commandirte, auf dem rechten Ufer der Weser den Posten von Lade, und zog sich Nachts allzeit in die Commenthurey. Da er von diesem Posten das gegenseitige Lager übersehen konte, so dachten die Alliirte ernstlich darauf, ihn  zu delogiren, in der Nacht auf den 21. marschirten sie in starker Anzahl dahin, und verhinderten den Herrn du Bair (!) in die Commenthurey zurück zu gehen. Der Scharmützel, der hiebey vorfiel, war sehr lebhaft. Der Herzog von Broglie kam dahin, als alles schon vorüber war, allein da er besorgte, es dörften die Feinde dadurch ihre Passage über die Weser masquiren, zumal da sie unter Petershagen leichtlich Brücken schlagen konten, so ließ er die Volontaires durch 600 Mann unterstützen, welche täglich abgelöst werden. Das Schloß von Bückeburg ist mit 300 Mann unter dem Obrist-leutenant von Hervorden besetzt worden, welcher Ordre hat, sich bis aufs äusserste zu wehren. Die alliirte Armee steht noch bey Petershagen, und der Französischen so nahe, daß, wie die Briefe melden, die Cavallerie die Pferde nicht wol zu Tränke führen kan, um nicht von denen Französischen Canonen bestrichen zu werden. Das Dorf Lade ist von dem Hanöverischen Obristen von Laffert besetzt worden, das Fischerische Corps aber ist durch das Hildesheimische Amt Dessel gezogen, und gegen Göttingen marschirt. Das Dessein, welches der Erbprinz von Braunschweig auf denen Französischen Posten bey Hille hatte, soll durch einen Deserteur von dem gelben Hussaren verrahten worden seyn.“

Wiener Zeitung, 8.8.1759

Published in: on Januar 4, 2009 at 9:08 pm  Schreibe einen Kommentar  

Minden, 27. Juli

Der Artikel vom 27. Juli, wenige Tage vor der Schlacht bietet keine Infos über die Situation in Minden, zeigt aber das Selbstbewußtsein der französischen Seite: der Krieg im Westen scheint gewonnen; allerdings spiegeln die ersten Bemerkungen auch die zunehmende Spannung zwischen den Truppen bei Minden wider.
„Aus dem Französischen Hauptquartier Minden 27. Juli
Die feindliche Armee stehet noch allezeit zu Petershagen, die Schildwachten von beyerseitigen Vorposten stehen nur einen Flintenschuß von einander und nachdem nun Münster in unseren Händen, so wird Lippstadt die Reihe treffen, worinnen sich der Generalleutenant von Hardenberg mit einer Garnison von 3000 Mann befindet.“

Wiener Zeitung, 8.8.1759

Published in: on Dezember 27, 2008 at 11:28 pm  Schreibe einen Kommentar  

Nienburg, 18. Juli

Die Korrespondentenartikel der Wiener Zeitung sind nicht chronologisch und so enthält die Ausgabe vom 8. August 1759 einen Bericht aus Nienburg, der schon vom 18. Juli stammt und besonders die Verhältnisse bei Hameln und Hannover beschreibt. Die Region wird zwar nicht von den Franzosen kontrolliert, wohl aber bewegen sich kleinere Einheiten offenbar weitgehend ungezwungen in diesem Gebiet. 

Deutlich wird auch an diesem Artikel, dass die französischen Truppen den schnellen Vorstoß nach Hannover so lange scheuen, wie in Westfalen die Dinge noch nicht unter Kontrollie sind. Allerdings steht in der aktuellen Ausgabe auch schon ein Bericht über die Eroberung Münters vom 27. Juli.

„Hameln ist seit vorgestern berennet, und zu Hilligfeld, welches nicht weit davon ligt, sind schon 9000 Mann Franzosen gewesen; wie sich dann auch zu Barckel ein starkes Französisches Vorkorps hat sehen lassen. Inzwischen glaubt man nicht, daß es eher zu förmlichen Belagerung von Hameln kommen, bis man sich Französischer Seits erst wegen Münster und Lippstadt gesichert sehen möchte. Am 15. dieses ist aus Hameln das Dragoner-Regiment Jungenbreitenbach zu Hanover angelanget, und von da weiter zur Hauptarmee abmarschiret. Zu Hanover ist ein Commando Jäger und Hussaren angekommen, um die Weser-Gegend gegen die Französische Streiffereyen von Minden aus in Sicherheit zu erhalten. Die Lücknerischen Husaren sollen keine 2 Meilen mehr von Hanover stehen, und es heist, daß auch der Herr Obristleutenant Freytag mit seinem Jägercorps nicht gar weit mehr von besagter Stadt entfernt sey.“

Quelle: Wiener Zeitung, 8.8.1759

Published in: on Dezember 25, 2008 at 10:26 pm  Comments (1)