Köln, 9. August

Die Folgen der Schlacht waren für die französische Seite katastrophal, das zeigt dieser Artikel aus Köln vom 9. August, der erst am 18. August in Wien erscheint. Die Nachrichten sind unscharf, aber deutlich ist, dass die Franzosen, welche seit Bergen dauernd auf dem Vormarsch waren, mit der Schlacht bei Minden Westfalen in großen Teilen räumen müssen. Die mühsam errungenen Positionen werden innerhalb weniger Tage aufgegeben.

„Cöln, 9. Augusti

Durch die Briefe aus Westphalen vom 7. dieses hat man weder von der gegenwärtigen Stellung der Französischen Armee noch von dem am 1. vorgefallenen Treffen annoch eine hinlängliche Nachricht. Allhier ist noch bis heute kein Currier angekommen und alles, was man durch Berichte vom Niederrhein vernihmt, besteht blos darinnen, daß sich der Herr Marquis von Armentieres von Lippstadt zurück gezogen, daß die Garnisonen von Münster, Dulmen und Haltern sich nach Wesel begeben, und daß man daselbst alle möglichen Wägen zusammen bringe, um die Munition wieder zurück zu führen, die sich in denen Communicationsplätzen befindet. Briefe von Lüttich melden ebenfalls, daß allda den 4. Nachts 2 Französische Curriers, einer an den Herrn Belleisle, und einer an die Prinzeßin von Conde durchgegangen, welche blos dieses meldeten, daß der Prinz Ferdinand von der Seite seines rechten Flügels ein grosses Detaschement bis Hervorden abgeschickt, und daß einige Communicationen coupirt wären. Von Hanöverischer Seite hat man von diesem Treffen durch die Briefe vom 3. dieses auch keine weitere Umstände erhalten. Man meldet nur dieses, daß der erste Angrif von Französischer Seite auf das unweit Hille gestanden Wangeheimische Corps geschehen sey, daß dieses das Französische Canonenfeuer bey ein und einer halben Stund, wiewol mit nicht geringen Verlust ausgehalten, und daß endlich der Prinz Ferdinand von Petershagen her mit forcirtem Marsch besagtes Corps unterstützet habe. Die Affaire wäre hierauf allgemein geworden, der Französische linke Flügel hätte sich nach einem tapfern Gegenstand, erst Nachmittags repliirt, und gegen Hervorden zugewendet. Von alliirter Seite wären keine hohe Officiers in diesem Treffen geblieben, und sehe man in Hannover selbst noch einer umständlichen Nachricht entgegen. den 2. Morgen habe man in der Gegend von Hervorden und Flothan wiederum eine heftige Canonade gehöret, woraus man geschlossen, es möchte zwischen beyden Truppen aufs neue etwas vorgefallen seyn.  Es wr eigentlich der Herr Obriste von Comeiras, welcher mit seinen Regimentern Volontairs Clermont, von denen Alliirten in Osnabrück den 28. angegriffen worden. Die Französische Truppen defendirten sich sehr tapfer, und zogen sich im beständigen Musquetenfeuer, Strasse vor Strasse, zu dem einen Thor hinaus. Ob gleich die Alliirte ihr verlassenes Magazin wieder erhielten, so haben sie doch bey dieser Expedition viel an Mannschaft eingebüsset. In Bremen sind nach Briefen vom 4. dieses noch 400 Mann Hannöverisch und Hessische Landmilitz zur Besatzung. …“

Quelle: Wiener Zeitung, 18.8.1759

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Published in: on Januar 19, 2009 at 9:57 pm  Schreibe einen Kommentar  

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